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Am 19. Juli 1910 erfolgte in Wolfen, in der Filmfabrik, die danach Jahrzehnte lang Weltgeltung besaß, die Aufnahme der Produktion. Dieses historische Datum ist der Anlass für eine Rückschau auf Pioniertaten auf dem Gebiet der Fotochemie und –industrie, aber auch auf einen bedeutenden Produzenten von Chemiefasern und weiteren Informationsaufzeichnungs- materialien wie Magnetbänder.
Dies soll durch eine umfassende Ausstellung im Industrie- und Filmmuseum erfolgen. Die Ausstellung wird am 22. Juli eröffnet und vom 23. Juli bis voraussichtlich Anfang November 2010 zu sehen sein. Schwerpunkte der Exposition sind die Entwicklung der Hauptproduktionslinien der Filmfabrik.
Dabei wird dargestellt, welchen Einfluss die forcierte Industrialisierung zu Beginn des vorigen Jahrhunderts auf die Entwicklung der Stadt Wolfen und die Region ausübte. Ein anderer Schwerpunkt wird die Veranschaulichung der Situation der Fabrik ab etwa 1960 sein. Hier entstand wegen der Einbindung in den damaligen „Rat der gegenseitigen Wirtschaftshilfe – RGW“ der osteuropäischen Länder und der fehlenden Investitionen der allmähliche Rückstand zu den führenden Produzenten auf dem Fotosektor.
Bereichert wird die Schau durch das multivisuelle Aufzeigen der räumlichen Vergrößerung der Filmfabrik von 1910 bis 1990. Durch die Darstellung wird sichtbar, dass der riesige Industriekomplex der Filmfabrik eine enorme Fertigungstiefe hatte und vor allem in den logistischen und sozio-kulturellen Bereichen sehr eng mit dem Leben der Stadt Wolfen verzahnt gewesen ist.
Dieses Projekt wird mit dem Betrag von 2.000 EUR von der Stadtwerke Wolfen GmbH unterstützt. Zum Engagement des Unternehmens sagt Geschäftsführer Hans-Tilo Winkelmann: „Die Vernetzung zwischen der Filmfabrik und der Kommune war für jeden Bürger der Stadt Wolfen spürbar. Die tiefe Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrer Fabrik bestimmte fast 100 Jahre das Lebensgefühl der Menschen. Als Wolfener Unternehmen beteiligen wir uns daher gern im Rahmen unserer Möglichkeiten an der Traditionspflege. Zu einer aufstrebenden Stadt wie Bitterfeld-Wolfen gehört auch der Blick in die Vergangenheit, wenn sich daraus Kraft und Zuversicht für die Zukunft schöpfen lässt.“
Am zeitlichen Ende der Ausstellung, am 29. und 30. Oktober 2010, findet aus dem gleichen Anlass ein internationales Symposium statt, zu dem hochkarätige Wissenschaftler und Historiker aus mehreren Ländern erwartet werden.
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